Jahresrückblick 2009

„Sapone fatto in casa“ - Seifenherstellung im “Borgo FonteLupo”

Schon in den vergangenen Jahren, das erste Mal im Jahr 2004, habe ich mit Barbara aus dem „Borgo FonteLupo“ Seife hergestellt. Wir hatten einen riesigen Spass und gleich im Jahr darauf nochmals mit einer anderen Gruppe das ganze wiederholt.


 

 

 

 So kam mir die Idee zum diesjährigen Jahresrückblick und Barbara gefiel diese ebenfalls und so vereinbarten wir im Oktober ein Date im „Borgo Fontelupo“, um das ganze fotografisch festzuhalten......!



 

Zu Hause traf ich schon die ersten Vorbereitungen und richtete das Notwendigste her, das ich mitbringen sollte: Olivenöl, Kräuter, Aromaöle und Leckerlis......



 

.....da ich bereits eine Schokoladenseife mit Rosmarin hergestellt hatte (Rechts im Bild!) und diese meiner Tochter besonders gut gefallen hatte, wollte ich dieses Jahr ein weiteres Experiment mit Minzöl machen – schlicht und ergreifend „After eight“ !!!
Die wunderbare „Fondente“ (Zartbitterschokolade) aus den Resten unseres 1 Kg-Ostreis hat dran glauben müssen und wurde ganz fein von mir gerieben! Endlich hat die überflüssige Schokolade den „Sinn Ihres Daseins“ gefunden, eine wahre „Selbstfindung“!!!




 

 

Da ich noch einige Lavendelsamen hatte, wollte ich auch dieses ausprobieren......, Lavendel hat eine desinfizierende Wirkung...







 ....in Kombination mit Rosmarin, das mit seinem stark riechenden ätherischen Ölen ein gelungene Kombination ergibt





 

 

Alles gepackt – dann auf ins „Borgo FonteLupo“ zu Barbara, die uns schon erwartete – hier im Bild mit dem Haupt-Fotografen (meine Tochter hat die meisten Bilder gemacht, die nun folgen!)


 




Auch Barbara hatte schon alles Notwendige vorbereitet:

+ Wasser (am besten entkalkt!),

+ eine Küchenwaage,

+ Natronlauge in Pulver,

+ einen Messbecher,

+ eine Schüssel,

+ Olivenöl sowie Erdnusöl.



Nach kurzer Einweisung von Barbara konnte es losgehen – hier die Dosierung auf einen Liter Öl:
 

+ 133 g Natronlauge in Pulver

+ 347 ml Wasser

+ 1 Liter Öl






 

Das abwiegen von der Natronlauge bitte nie in geschlossenen Räumen tun, denn die Substanz ist ätzend!!!




 

 

Zum Schutz der Waage bitte ein Küchentuch auf die Waagschale legen. Wir hatten die dreifache Menge Natronlauge genommen, also 400 g – mit der Küchenwaage geht es selbstverständlich nicht so genau, machen wir es also auf italienisch: „alla buona“ – „ein Gramm hin oder ein Gramm her, das nehmen wir nicht schwer“ !!!!


 

Nun kommt das ganze in eine resistente Schüssel (wir hatten eine Plastikschüssel verwendet). Besser wäre es natürlich noch, wenn man sich Gummihandschuhe und eine Schutzbrille zum Schutz der ätzenden Dämpfe anziehen würde, das hatten wir leider vergessen, aber da muss ich zu meiner Schande gestehen, dass wir nicht mit gutem Beispiel vorangegangen sind, also bitte besser machen!!!!!!



 

Späte Einsicht ist besser als gar kein, zum Mischen der Natronlauge mit dem Wasser haben wir uns dann Schutzmasken aufgesetzt! Aufgepasst, denn wenn das Wasser mit der Lauge eine Verbindung eingeht, entstehen Temperaturen von ca. 90°C (wie immer präsentiere ich hier keinen wissenschaftlichen Bericht und ich bin kein Chemiker – die wahren Experten wissen sicher besser, welche Temperaturen die Lösung genau erreicht!)






Während wir im Freien, an einem sicheren Ort die Natronlauge abkühlen lassen, misst Barbara schon mal das Öl ab....








 

 

...und schüttet es in einen Topf in dem mindesten 5 Liter Flüssigkeit Platz finden. Wir haben für unsere Seifen eine Basis von insgesamt 3 Litern Öl genommen: 2 Teile Olivenöl und einen Teil Erdnussöl (Speiseöl). Natürlich kann man auch nur Olivenöl oder ein anderes Öl nach seinem Geschmack wählen – jeder ist sein eigener „Produzent“

Die Öl wird nun erhitzt, aber bitte nicht zum Kochen bringen!!!!!!






Nun muss man warten, bis beide Flüssigkeiten ca. auf eine Temperatur von 38° C abkühlen und erst dann kann man sie zusammen mischen – fundamental ist, dass die Temperaturen nicht unterschiedlich sind, sonst kann es zu unangenehmen chemischen Reaktionen kommen! Das ganze bitte unter ständigem Rühren zusammenschütten!




 

 

Nun ist ein etwas milchige und zähe Flüssigkeit entstanden, die man nun erst mal mit viel Geduld ca. 20 – 30 Minuten ständig rühren sollte, damit sich die Lauge mit dem Öl verbindet oder sagen wir besser „anfreundet“, denn so richtig verbinden tut sich das ganze erst später!!!





In der Zwischenzeit habe ich angefangen, meine Formen vorzubereiten. Dazu habe ich Eisbehälter genommen, die mir vom Sommer übriggeblieben sind, denn die sind praktisch, da man sie auch verschliessen kann. In die erste Schale kommen die Kräuter für meine „Lavendelseife“, also die Lavendelsamen und das gehackte Rosmarin (das ganze nach Gefühl!!!)



Unterständigem Rühren von der Öl-Laugenmischung im Topf habe ich ca. 800 ml der Mischung zu den Kräutern geschöpft.

Die Schale sollte mit ca. 4 – 5 cm Flüssigkeit gefüllt sein.  Meine Schale hat die Masse 15 x 23 cm.

Je nachdem ob Sie eine kleinere oder grössere Form verwenden, müssen Sie entsprechend weniger oder mehr Flüssigkeit einfüllen



Im Vordergrund sieht man die “Lavendelseife“ oder zumindest das, was die Seife mal werden soll, links hinten ist die Schokoladenseife, d. h. die „After-eight-Seife“, auf die ich ebenfalls ca. 800 ml der Öl-Laugen-Lösung auf ca. 35 g geriebene Schokolade genommen habe.

Beim ersten vorsichtigen Schnüffeln riecht vor allen Dingen der starke Geruch der Natronlauge noch vor, also bitte nur vorsichtig riechen!!!




Meine 3. Form habe ich „natur“ gelassen!

Nun heisst es ständig rühren, denn die Mischung muss sich verbinden und das dauert! Natürlich kann man nicht tagelang rühren und so habe ich mit den praktischen Deckel die Eisbehälter verschlossen und vorsichtig in eine Kiste verstaut und das ganze behutsam mit dem Auto nach Hause gefahren....... (ich wohne ca. nur 1200 m von Barbara entfernt!)



....und an einen sicheren und ebenen Ort zu Hause abgestellt, um täglich jede zukünftige Seife ein paar mal mit einem Stöckchen zu rühren. Nach 2 Tagen, als das ganze schon eine festere Konsistenz hatte (immer noch cremig, nicht richtig fest), habe ich meine ätherischen Öle, unter ständigem Rühren zugefügt (je den Inhalt eines Fläschleins – 15 ml):

• Lavendelöl für die Lavendelsamen-Rosmarin-Mischung
• Minzöl für die Schokoladen-Mischung
• Lindenblütenöl für die „Naturseife“


 Man hätte die Duftöle auch gleich zu Beginn beifügen können, aber zu Beginn ist die Lauge noch zu stark und kann den Duft zersetzen!


Nun habe ich jeden Tag nach dem Rechten geschaut und ab und zu gerührt und nach ca. 5 – 6 Tagen war dies das Ergebnis: alle 3 Mischungen waren gestockt, hatten eine Konsistenz wie Bienenwachs, also nicht zu hart und nicht zu weich....!!!!

• links vorne die „Lavendel-Seife“
• rechts vorne die „Schokoladen-Minz-Seife“
• in der Mitte die „Lindenblüten-Seife“






Nachdem sich die Form gut vom Rand der Schale löste, habe ich ein altes Brettchen genommen und den Inhalt meiner Eisschale wie eine Pudding-Form gestülpt.

Auch hier bin ich mit schlechtem Beispiel vorangegangen, denn ich habe die weiteren Arbeiten wieder ohne den Schutz von Gummihandschuhen gemacht - tztzt, nicht gut! Da meine Hände so wie so schon völlig durch die voran gegangene Olivenernte in Mitleidenschaft gezogen waren, hat die frische, noch feuchte Seife, mit dem noch sehr hohen Laugenanteil meine Händen den Rest gegeben! Also bitte klüger sein und die Hände schützen!!!!!

für die legendäre „Palmoliv-Werbung mit Tilly“, hätten meine Hände nicht mehr als „Modell“ fungieren können.......!




Hier schneide ich die Schokoladenseife, die zu diesem Zeitpunkt noch recht dunkel war, da sie noch feucht war und alle flüssigen Substanzen „rausschwitzt“ musste!

Ich habe mich für kleine Seifen entschieden, mit den Massen 4 x 4 cm und ca. 2 cm dick.




 

 

Die geschnittenen Seifen habe ich zum Trocknen auf Tabletts gelegt, die ich zuvor mit alten Tüchern ausgelegt hatte, damit die Flüssigkeit aufgesaugt werden kann. Aufgepasst, denn in der ausgeschwitzten Flüssigkeit ist natürlich auch noch Natronlauge und die kann sich z. B auch durch ein Papptablett „durchfressen“.




Leckerlich, sieht aus wie Schokolade- und Karamellpralinen.

Bitte mit kleinen Kindern besonders vorsichtig sein, nicht dass sie die Seifen wirklich mit Süssigkeiten verwechseln und es ein böses Ende nimmt.......

Die dunklen „Pralinen“ sind die Schokoladen–Minz-Seifen, die hellen sind die Seifen mit dem Lindenblütenöl.







Die Lavendel-Seifen sehen nicht nur schön aus, sondern sind mir auch richtig gut gelungen......






 

 

...der Meinung ist auch meine Tochter, die an einer Lavendel-Seife schnuppert!






 

Da meine Eisschalen nicht eckig waren, habe ich die „runden“ Ecken verworfen und die Form begradigt und die Reste in die Schale gesammelt.....







....um dann alles mit einer Gabel zu einer Masse zerdrücken, damit ich mit der Hand Kugeln oder Taler oder Ovale formen konnte – bitte das ganze mit Gummihandschuhen tun!!!!






So, nach vollbrachtem Werk mussten die Seifen dann nur noch durchtrocknen. Ich habe meine Seifen ca. 20 Tage auf meinem Schlafzimmerschrank trocknen lassen.



 

 

Wie man deutlich sehen kann, verlieren die getrockneten Seifen Ihre kräftige Farbe, die sie noch im frischen Zustand hatten! Erkennen Sie noch die Schokobällchen?

Im Cellophan verpackt oder im Seidenpapier verschnürt – ein hübsches und gelungenes Geschenk!


 

Die Seifen, auch wenn es sich nur um „Miniseifen“ handelt, sind sehr ergiebig. Sie schäumen kaum oder gar nicht und unterscheiden sich auf jeden Fall von den handelsüblichen Seifen. Wir haben die Seifenherstellung nicht unter professionellen Aspekt gemacht, sondern aus Spass an der Freunde und vielleicht haben wir sie ja angeregt........und mit Hilfe eines kleinen Büchleins zur Seifenherstellung klappt es sich noch mal so gut!

Barbara gibt im „Borgo FonteLupo“ auf Anfrage und bei einer ausreichenden Anzahl von Teilnehmern auch Kurse zur Seifenherstellung......

Ihre Uschi Ipolt-Ustali

unter diesem Link finden Sie alle bisher erschienen Jahresrückblicke von 2002 bis 2009!

 

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